Liposuktion und Lipofilling

Liposuktion und Lipofilling

Die Fettabsaugung (Lipo­suktion) ist eine Technik, die zur Verbesserung der Körperkonturen eingesetzt wird. Sie existiert seit Ende der 1960er Jahre und stellt an den plastischen Chirur­gen hohe medizinische und ästhetische Anforderungen. Patienten, die für eine Fettabsaugung in Frage kommen, dürfen nicht zu stark übergewichtig sein, da höchstens drei Liter rei­nes Fett abgesaugt werden können. Das Bindegewebe sollte einigermaßen elas­tisch sein. Grundsätzlich kann aus jeder Körperregion Fett abgesaugt werden. Leicht abzusaugende Regionen sind: Hüften und Ober­schenkel (Reiterhosen), die Taillenseiten, die Innensei­ten der Knie. Schwer abzu­saugen sind z.B. Rücken, Oberschenkel-Innenseiten, Po-Umschlagsfalte. Sehr schwierige Regionen sind: Rück- und Vorderseite der Oberschenkel, Waden und Unterarme. Einmal abgesaugte Fett­zellen bleiben für immer verschwunden, es kann allerdings passieren, dass sich dann an anderen Kör­perstellen neue Fettdepots bilden.

Händische Absaugung

Die Tumeszenztechnik wird am häufigsten eingesetzt. Dabei werden über winzige Hauteinschnitte rund drei Liter Kochsalzlösung in das zu behandelnde Gewebe gepumpt, um die Fettzellen aufzuquellen. Somit können sie später leichter abge­saugt werden. Die Lösung ist mit lokal wirkenden Betäubungsmitteln angerei­chert. Nach ca. 1 Stunde Einwirk­zeit saugt der Chirurg das gelockerte Fett mit einer dünnen Kanüle durch zügi­ge, kraftvolle Hin- und Her­bewegungen ab (händische Methode nach Coleman). Mit der anderen Hand kon­trolliert er den Verlauf des Eingriffs, der bis zu drei Stunden dauern kann.

Maschinell unterstützte Absaugung

  • PAL - Power Assis­ted Liposuction (Vibrations-Lipolyse)

Bei dieser Technik wird eine elektrisch angetriebene Spezialkanüle verwen­det (=Rütteltechnik). Die Kanüle hat 24 kleine Ab­sauglöcher und rüttelt die Fettzellen bis zu 4000 Mal pro Minute durch. Es wer­den keine Blutgefäße und Nerven mehr verletzt und selbst schwierige Regionen wie Waden oder Fesseln können - auch ohne Voll­narkose - abgesaugt wer­den.

Lipofilling

Während in den 80er Jah­ren die Entfernung von Fettgewebe besonders popularisiert wurde, ha­ben plastische Chirurgen erkannt, dass auch der Aufbau von Fettgewebe für viele Bereiche unverzicht­bar ist. Der Amerikaner Dr. Sidney Coleman entwickelte eine Methode, mit der Fettge­webe an einer Stelle des Körpers schonend durch Absaugung entfernt werden und dann an einer anderen Stelle zur Auffüllung einge­setzt werden kann. Durch die besondere Form der Kanülen für die Absau­gung und die Verpflanzung und die besondere Art der Fettzellen-Aufbereitung werden die bestmöglichen Voraussetzungen für ein neues Umfeld der lebenden Fettzellen geschaffen.

Lipofilling eignet sich z.B. für

  • Narbenkorrektur
  • Korrektur von angeborenen Fehlbildungen
  • Faltenunterspritzung
  • Brustvergrößerung
  • Handverjüngung
  • Dellen
  • Wadenasymmetrien

Fettzellen-Aufbereitung

Sowohl im Bereich der Entnahme als auch im Empfängergebiet wird eine spezielle Anästhesielösung eingegeben. Das Fettge­webe wird mit einer sehr dünnen Kanüle vorsichtig entfernt, sodass durch die Entnahme keine Verände­rung der Oberfläche ein­tritt. Die Fettgewebsproben wer­den dann in einer elektri­schen Zentrifuge für wenige Minuten aufbereitet, zer­störte Zellen und Blutreste entfernt. Die so gewonne­nen konzentrierten Fettzel­len werden in kleine Sprit­zen gefüllt und unmittelbar transplantiert.

Durch winzige Schnitte in möglichst unsichtba­ren Regionen werden die Transplantationskanülen eingeführt und die Fettzel­len in mehreren Schichten vorsichtig formend einge­bracht. Durch feine Fäden werden die Schnitte ver­schlossen. In manchen Fällen muss bei der Operation etwas „über­korrigiert“ werden, um einer späteren „Schrump­fung“ entgegenzuwirken. Sollten nach sechs Monaten noch weitere Korrekturen gewünscht werden, kann erneut ein Lipofilling durch­geführt werden. Hierfür muss dann jedoch nochmals frisches Fettge­webe entnommen werden. Die Lagerung von Fettge­webe in der Tiefkühltruhe ist nicht sinnvoll, da Fettge­webe beim Gefriervorgang beziehungsweise beim Auftauen zerstört wird. Das konnte in experimen­tellen Studien nachgewie­sen werden. Daher sollte nur frisch entnommenes Fettgewebe verpflanzt wer­den.